Hallo ihr Lieben,
hier also der erste Eintrag aus dem fernen Afrika. Nachdem ich jetzt eine dreiviertel Stunde gebraucht habe die Seite zu oeffnen und ich in einer Garage mit ein paar alten PCs sitze kann es jetzt los gehen mit den ersten Eindruecken aus meiner neuen Heimat:)
Es ist sehr schwierig das ganze ueberhaupt in Worte zu fassen, was ich bisher gesehen, erlebt und erfahren habe, aber ich versuche euch einfach alles so gut wie moeglich zu beschreiben.
Das Klima ist tropisch und wechselt zwischen 2 Jahreszeiten, der Regen- und der Trockenzeit. Im Moment ist der Uebergang zur Trockenzeit mit Temperaturen um die 30 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von ueber 90 Prozent. Wie gerne haette ich jetyt eine Prise der Schwaebischen-Alb-Luft um mich, denn hier kommt man selbst beim Nichtstun schon ins Schwitzen.
Angekommen bin ich in Lagos, einer Millionenmetropole ganz im Sueden des Landes gelegen. Von dort aus bin ich mit 5 weiteren Freiwilligen aus Deutschland mit einem Kleinbus etwa 130km ueber die "Autobahn" nach Ibadan gefahren. Die Autos und Busse hier stammen einst aus Deutschland bzw. Europa oder den USA, sind absolut nicht mehr beim TUEV zugelassen und mindestens 30 Jahre alt. Weder Tacho, noch Tueren funktionieren. Das Einzige was hier ein Fahrzeug noch koennen muss ist Gas geben, bremsen und eine funktionierende Hupe besitzen.
Die Strassen sind auch nicht wuerdig die Namen "Autobahn" oder "Hauptstrasse" zu tragen. Denn diese bestehen aus Schlagloechern wie der Schweizer Kaese. Vorsichtig muss man diese Hindernisse umfahren, da es sonst sein kann, dass man nicht mehr aus den riesigen Vertiefungen herauskommt. Als Warndreieck bei Unfaellen oder Pannen liegen kleine Buesche und Zweige vor und hinter den Fahrzeugen. Alle paar Kilometer sind wir dann von Soldaten mit grossen Gewehren angehalten und wieder weitergewunken worden. Es wurde mir erzaehlt, dass sie fuer die Sicherheit auf der Strasse stehen. In Wahrheit wollen diese Banditen nur Geld fuer die eigene Tasche. Aber zu uns sind sie immer sehr freundlich und das ist ja das wichtigste.
In Ibadan bekamen wir dann eine kleine Einfuehrung in die Kultur und Sprache, bevor es fuer mich weiter in den 100km entfernten Ort Ilesa ging. Mitten in der Pampa sollte also mein neues zu Hause sein. Meine Bleibe befindet sichein gutes Stueck von der geteerten Strasse entfernt, die durch einen 20minuetigen Fussmarsch ueber einen Lehm- und Steinweg zu erreichen ist. Mit mir leben hier Mrs Ajanaku (meine Gastmutter), die ueber 100jaehrige Grandma, mein Gastbruter Phola und unser Hausmaedchen Odrew. Gesprochen wird meist Yoruba, so dass es fuer mich sehr schwer ist etwas zu verstehen. Aber meine Sprachkenntnisse erweitern sich hier rasch.
In meinem Zimmer steht ein Bett, ein kleiner Spiegel und ein Plastikgartenstuhl, den ich zum Kleiderschrank umfunktioniert habe. Im angrenzenden Badezimmer stehen Eimer, die mit Wasser befuellt werden muessen, um zum Beispiel die Toilettenspuelung zu bedienen. Ich habe dort weder ein Waschbecken, noch Tageslicht, geschweigedenn Strom. Das heisst ich wasche mich im Dunkeln, genauso wie meine Waesche. Morgens um 6.00 Uhr heisst es dann Eimer fuellen, Waschmittel dazugeben und dann kraeftig schrubben und wringen bis die Sachen nach drei Waschgaengen dann einigermassen sauber und zum Aufhaengen bereit sind.
In meinem Zimmer steht ein Bett, ein kleiner Spiegel und ein Plastikgartenstuhl, den ich zum Kleiderschrank umfunktioniert habe. Im angrenzenden Badezimmer stehen Eimer, die mit Wasser befuellt werden muessen, um zum Beispiel die Toilettenspuelung zu bedienen. Ich habe dort weder ein Waschbecken, noch Tageslicht, geschweigedenn Strom. Das heisst ich wasche mich im Dunkeln, genauso wie meine Waesche. Morgens um 6.00 Uhr heisst es dann Eimer fuellen, Waschmittel dazugeben und dann kraeftig schrubben und wringen bis die Sachen nach drei Waschgaengen dann einigermassen sauber und zum Aufhaengen bereit sind.
Wenn ich durch die Strassen gehe (ich bezeichne diese jetzt einfach mal so), dann fuele ich mich schon fast wie die Queen, denn aus allen Ecken und Enden schallt mir ein Oynbo entgegen, was soviel heisst wie Weisse. Dann kommt mein Part: Laechlen und Winken. Und das kann wahnsinnig anstrengend sein! Da ich die einzige Weisse in der ganzen Umgebung bin, falle ich natuerlich auch extrem auf und jeder will mir zeigen, dass er mich gesehen hat. Mal sehen wer sich an was schneller gewoehnt, ich mich an die Rufe oder die an mich:)
Das Essen hier ist ziemlich einseitig und ich wuerde jetzt einfach mal behaupten die Nigerianer haben das Kochen nicht gerade erfunden.... Meist gibt es Yam, das ist wie bei uns die Kartoffel, das wird dann zu einem dicken Brei puerriert und mit den Fingern zu Munde gefuehrt. Gemuese gibt es hier nicht wirklich, richtiges Brot auch nicht und Milchprodukte schon ueberhaupt nicht. Mir fehlt Salat. Mir fehlt Kaese. Und ueberhaupt freue ich mich schon wieder sehr auf die deutsche Kueche! (Wink mit Zaunpfahl an Omi: werd dir auf jeden Fall eine Wunschliste zukommen lassen, bevor ich wieder zurueck komme;)
Ja und geschlachtet wird hier natuerlich auch. Eines Abends lag am Wegesrand einfach eine brennende Kuh, deren Hals aufgeschnitten war und die einfach gebrannt hat. Anscheinend zum raeuchern. Anschliessend wurde ihr die Haut abgeschabt und sie dann in kleine Stuecke zerteilt. Fuer einen Vegetarier nicht gerade ein Grund wieder Fleisch zu essen....
Ja es ist einfach ein komplett anderes Leben hier. Einfach, unorganisiert und imrpvisiert ist mein Eindruck, aber irgendwie funktioniert doch alles.
Es gibt so viel zu erzaehlen, dass ich einfach nicht weiss wo ich anfangen und wo ich aufhoeren soll. Ich schreibe aber jeden Tag um die 5 Seiten Tagebuch, so dass jeder der naeher daran interessiert ist, dies gerne nach meiner Rueckkehr lesen kann.
Beim naechsten Mal werde ich euch dann von meiner Arbeit bei Living Hope Care berichten.
Ich hoffe euch geht es allen gut!! Lasst was von euch hoeren und denkt ab und zu an mich, wenn ich abends ab 7 im Dunkeln sitze und ihr einfach das Licht einschaltet...:)
O dabo, bis denn, ganz liebe Gruesse aus dem verrueckten Afrika!!
die Tanja
die Tanja
PS: Ich kann leider kein Foto anhaengen, da diese PCs ueberhaupt kein Eingang fuer irgendwas haben. Da muesst ihr euch leider noch etwas gedulden...
Hallo, du weiße Afrikanerin,
AntwortenLöschenwas für eine Freude, endlich mal was auf deinem Blog zu lesen. Hoffentlich findest du öfters mal einen funktionierenden Computer. Viele liebe Grüsse Moni+Armin
Ich kann mich da nur anschliessen. Es ist sehr schoen, endlich mal etwas auf deinem Blog von dir zu lesen und wirklich sehr interessant, wie sich so manche Erfahrungen mit der in Sambia decken. Ich freue mich schon unglaublich sehr darauf, wenn wir uns wieder sehen und das alles von Angesicht zu Angesicht austauchen koennen. Bis dahin hoffe ich, dass du noch ganz viele neue verrueckte Erfahrungen sammelst und dich von so manchen kleinen aber feinen Schwierigkeiten nicht unterkriegen laesst. Es gruesst dich aus einem anderen Ende des Afrikanischen Kontinents
AntwortenLöschenDein Carsten