Samstag, 21. November 2009

Amanda, das Huhn ist tot!

Guten Morgen nach Deutschland, Sambia und in die Welt,
ich bin mal wieder verreist am Wochenende und habe Unterschlupf bei Susanne und Regina in Ibadan gefunden. Also heisst es mal wieder Grossstadtluft schnuppern. Eigentlich muss ich einfach nur ganz viele Dinge besorgen und das macht man einfach am besten in der Stadt, als bei uns auf dem Land. Groessere Auswahl zu guenstigeren Preisen inklusive andere Oyinbos treffen, da lohnen sich die Strapazen. Denn gestern stand ich mit dem ueberfuellten Kleinbus mitten in der Nachmittagssonne im Stau und wir mussten Landstrasse fahren. Das heisst ueber Stock und Stein, ueber enge und ueberfuellte Marktplaetze von irgendwelchen Kuhkaeffern, einfach mitten durchs Nichts. Aber siehe dar mit nur wenig Verspaetung, nein das Wort gibt es hier nicht, naja wir sind auf jeden Fall gut angekommen:)
Heute muss unbedingt Stoff fuer Weihnachten gekauft werden. Denn dort tragen Muyiwa, Alissa und ich das selbe Muster. Extra fuer das grosse Fest laesst sich jeder der irgendwie kann ein neues Gewand schneidern und die Naeherinnen sind jetzt schon total ausgebucht. Wir sind da echt schon extrem spaet dran... Hoffen wir mal dass es noch fertig wird bis zum 24.12.
Ja und dann werde ich mich noch fuer die 1/3 ueberstandene Nigeriazeit mit einem Kaesesandwich belohnen! Das soll es hier auf jeden Fall geben, die anderen haben es schon mal ausgetestet. Es ist zwar etwas teurer als das nigerianische Essen, aber einmal goennen darf man sich das schon... Freude! Freude!
Jetzt noch eine traurige Nachricht: Amanda, das Huhn ist tot. Sie hat auf einmal aufgehoert Eier zu legen und Peter wollte sie ja schon von Anfang an Essen. Dann meinte ich nur, dass wenn sie schon meinen das arme Tier mit unserem stumpfen Kuechenmesser bei uns im Hinterhof schlachten zu muessen, dann bitte wenn ich nicht da bin. Selbst Alissa moechte das Huhn nicht essen, das einen Namen tragt. Also bitte schliesst Amanda mit in eure Gebete ein...
Diese Woche habe ich einen weiteren Kids Club besucht, den ich allgemein neu reformieren soll, aber darauf will ich gar nicht hinaus. Sondern auf ein paar Kinder, die noch die eine Weisse gesehen haben. Mit offenem Mund standen sie vor mir und strichen mir ueber die Arme, machten den ultimativen Haendevergleichstest und wuschelten in meinen Haaren. Das ist aber eine schoene Haarverlaengerung meinten sie. Denn sie glaubten einfach nicht, dass Haare so aussehen koennen:) Als ich ihnen dann erzaehlt habe, dass ich aus Deutschland komme fragten sie nur: aus einem anderen Land als Nigeria? Sie konnten es einfach nicht fassen... Echt interessant, dass es noch Menschen gibt, die keine anderen Hautfarben ausser die eigene kennen.
Dazu wiederum dann eine andere Geschichte dieser Woche. Ich war bei einem Dr. in Ibadan zu einem Meeting eingeladen. Also fuhr das halbe Buero in einem Kleinbus morgens um 6 ab. Nach 2stuendigem blabla fragte er ploetzlich wo ich denn genau aus Deutschland her bin. Als ich dann meinte Stuttgart, sollte ich ihn was auf deutsch fragen. Ich fing an ganz langsam und deutlich zu fragen: Wiiee laannge haabeen Siiee iin Deutschland geleebt? Seine Antwort war nur: Och ich weiss gar nicht genau, so um die zwanzig Jahre. Blamiert! Er hat dort Medizin studiert, in Heidelberg geforscht und spricht fast perfekt Deutsch:)
Seit ein paar Tagen hat ein wahnsinniger Wetterumschwung stattgefunden. Es regnet nicht mehr, es ist sehr trocken, windig, heiss am Tag und sehr kuehl in der Nacht. Das kommt aus der Wuestenregion und geht wohl mindestens bis Ende Dezember. Die Nigerianer muessen sich dann mit Oel einreiben, damit ihre Haut nich anfaengt zu reissen und ganz weiss zu werden. Ich dagegen bin ja die rauhen Winter der Alb gewohnt, also reicht bei einmal taeglich Bodylotion:) In der Nacht hingegen ist es wahnsinnig kalt. Ich kann euch leider keine Temeperaturen nennen, aber so kalte Fuesse hatte ich schon lange nicht mehr! Ich brauch jetzt sogar 2 Decken... Aber es ist auch mal wieder schoen etwas zu frieren und nicht immer nur zu schwitzen;)
Meine Gastmami faehrt naechstes Wochenende fuer eine Woche nach Deutschland um an einer internationalen Sitzung fuer Freiwillige teilzunehmen. Jetzt ist sie schon sehr aufgeregt und hat Angst zu erfrieren:) Denn Wintersachen hat hier keiner...
Sie wird dann sogar auf den Weihnachtsmarkt gehen, eine Stadtfuehrung durch Bonn machen und ein bisschen Deutschland kennen lernen. Bin ganz neidisch... Gegen einen kleinen Weihnachtsbesuch haette ich auch nichts einzuwenden:) Obwohl hier von Weihnachtsstimmung noch gar nichts zu spueren ist. Wie denn auch bei der Hochsommerhitze? Aber wird auch interessant werden, mal ein ganz anderes Weihnachten zu erleben... (leider ohne euch!) Wer kommen moechte ist jeder Zeit herzlichst eingeladen! ;)
So, Gruesse,
die braungebrannte Tanja

Dienstag, 17. November 2009

Besuch aus Ibadan

Ekale ihr Lieben,

es gibt mal wieder einiges zu berichten, da aber das Internet so lahmi und die Tastatur echt bescheiden ist beschraenke ich mich einfach auf ein paar Geschichtchen.
Ich habe jetzt ein Haustier: Amanda das Huhn. Wir Freiwilligen haben sie als Geschenk bekommen und liesen Amanda selbst entscheiden, ob sie weiter leben moechte oder doch lieber im Kochtopf schmoren will. Also raus aus der Vorratskammer auf den Hof. Wenn sie innerhalb eines Tages ein Ei legt bleibt sie uns erhalten wenn nicht kommt das grosse, stumpfe Messer zum Einsatz. Und siehe da: ein Ei! Also hat das Schicksal entschieden dass ich eine persoenliche Fruehstueckseimachmaschine bekomme:)

Am Wochenende war dann Besuch aus Ibadan bei uns auf dem Land. 5 weitere Freiwillige mussten bei uns im Zimmer untergebracht werden. Vier im Ehebett und rechts und links nochmal, bis das Zimmer zum Anschlag voll war... Aber ging gut, man ist ja mittlerweile an alles gwohnt. Wir kochten wie die Weltmeister, vom indischen Curry mit Reis ueber Maccaroni mit Tomatensosse, Griesbrei mit frischen Fruechten, bis hin zum Apfel- und Schokokuchen... Wir machten viele Ausfluege, zum Beispiel nach Osogbo in einen schoenen Wald mit Yorubafiguren aus Stein (die Ruhe dort war ja fast nicht auszuhalten. Kein gehupe, keine Autos, nur Vogelgesang und Natur. Man hat den Bambus wirklich wachsen hoeren koennen), besuchten unseren Markt oder tauschten uns einfach mal wieder untereinander aus.
Das eine oder andere mal wurden wir auch patschenass als wir es nicht mehr rechtzeitig nach Hause schafften. Die Strasse wurde zum Fluss und wir wateten bis auf wadenhoehe im Schlamm und in den Fluten. Dazu noch war es dunkel, steinig und auf einmal so wahnsinnig kalt. wir waren so nass, so nass kann man im Schwimmbad nicht werden und dann nur ein kleines Zimmer fuer so viel Leute mit so dreckigen klamotten... Einfach ein kunterbuntes und witziges Wochenende!

Dann habe ich mich die Woche schon mit einem Amerikaner unterhalten, der seit 2 Jahren in Nigeria wohnt und Gelder der USA (500 000 000 Dollar im Jahr) an Aidsprojekte in Nigeria verteilt. Er ist Sozialpaedagoge und fuer den kompletten HIV/AIDS-Bereich im Land zustaendig. Was er erzaehlt und bereits erfahren hat war wahnsinnig spannend. Und selbst er meinte, dass er schon in einigen Laendern Afrikas gelebt hat, aber Nigeria sei da doch anders als das restliche Afrika. Er ist sich sicher wenn ich es hier schaffe, dann schaffe ich es ueberall auf der Welt und bekomme einen starken Charakter. Aber ich muss ehrlich sagen, so schlimm finde ich nigeria gar nicht:) Wuerde euch echt wahnsinnig gerne mein Leben hier zeigen wenn es nur fuer einen Tag waere. Moni du wuerdest die Krise bekommen;) Oder du waerst so ueberwaeltigt, dass du an Krise gar nicht denken koenntest...

Jetzt muss ich mich aber auf den Heimweg machen, denn sonst komm ich nach Hause wenn es dunkel wird und das wollen wir ja auch nicht. Meld mich mal wieder sobald ich die Moeglichkeit habe. Ach ja und Roecke sind das einzig wahre, was man hier anziehen kann... hab mich mittlerweile schon daran gewoehnt. (Hab ich das gerade geschrieben...?)

Liebe Gruesse,
die Tanja


Freitag, 13. November 2009

Ich lebe noch:)

Hallo ihr lieben vor-Kaelte-bibbernde Leserinnen und Leser,

also ich kann euch beruhigen: bin wieder top fit, mir geht es gut, ich lebe. Soweit das. Gilt vor allem fuer die, die meinen ich muesse schnell das Land verlassen, am besten in eine Tropenklinik fliegen und am Tropf haengen... Aber mal von vorne. Ich hatte das Pech in den letzten 3 wochen 2 mal Malaria zu bekommen. Nicht ganz so schoen, aber auch nicht so schlimm, wie wir uns das vorstellen. Hatte auch wahnsinnig Angst die uns so unbekannte Krankheit zu bekommen, aber wer mich kennt weiss, dass ich alles mitnehme, was ich nur griegen kann:) Was waere auch ein halbes Jahr Afrika ohne Malaria? Wenn schon denn schon, wer weiss wann ich das naechste mal her komme? Angefangen hat alles mit einem etwas schwummrigen Gefuehl im vordernen Kopfbereich. Man kann das beschreiben mit Fischen, die wie wild im Aquarium schwimmen. Ich sollte Schwangere Testen und bekam dann so den Zitterer dass ich den Finger beim Zustechen gar nicht mehr getroffen habe. Dachte mir dann evtl eine kleine Pause einzulegen. Also setzte ich mich vor eine Kirche, lies mich von den Nachbarn beaeugen und von den Ziegen bemeckern. als es nach einer Stunde nicht aufgehoert hat wurde ich dann wegen des Verdachts auf Malaria ins Krankenhaus gebracht. Natuerlich in das beste der Stadt. Wir haben genau 2 hier. Eines, das vom staat finanziert wird und absolut katastrophal ist und dort wirklich nur die Leute hin gehen, die ueberhaupt keinen Naira in der Tasche haben und schon fast am Sterben sind. Es gibt EINEN Arzt und nur wenige Krankenschwestern fuer eine Einwohnerzahl wie Mannheim. Und das andere kostet Geld. Erst bezahlen, dann die Ware. Egal ob Notfall oder nicht. Und das ist gar nicht so einfach sich dort zurecht zu finden. Erstmal war es stockduster, da NEPA, der einzige nigerianische Stromanbieter, mal wieder nicht funktionierte und wir im Dunkeln durch die Gebaeude irrten. Hier der Arzt, da das Labor und dort die Zahlstelle. Eigentlich koennte ich bei allem was ich schreibe immer den Satz hinzufuegen: ihr koennt es euch nicht vorstellen... Und so ist das auch mit dem Krankenhaus. Der Doc sitzt da in einem kleinen Raeumchen mit der Taschenlampe, versucht professionell zu wirken und braucht geschlagende 20 Minuten um den Puls und Blutdruck zu messen. Mit einem Zettelwirrwarr ging es dann in eine Art Labor, wo mir Blut abgenommen wurde. Die Nadel war immerhin neu und steril, der Rest sah eher aus wie eine Schreinerwerkstatt. Nun hiess es draussen im halbdunkeln eine stunde lang warten auf das Ergebnis. Also wenn ich bis dahin noch keine Malaria gehabt haette, aber spaetestens dann, so viel Moskitos wie hier umhergeflogen sind. Das Ergebnis war dann eben Malaria und ich musste damit zurueck zum Arzt, bekam 7 verschiedene Tabletten, die ich in Unmengen zu mir nehmen sollte. Dank meiner persoenlichen fachmaennischen Beratung aus der Ludwigstrasse, konnte ich diese dann auch beruhigt schlucken. Und die Drogen waren gut! Ich hab 4 Tage lang durchgeschlafen:) Und war dann aber auch wieder fit. Leider hielt der Zustand nicht lange an, denn kaum 2 Wochen spaeter fingen die Fische wieder an Wettschwimmen zu veranstalten und ich ahnte schon Boeses... Mittlerweile bin ich mit dem Klinikpersonal per du und sie meinten, dass sie mich doch bitte nicht mehr hier sehen wollen, denn es hat sich bestaetigt: Malaria again! Die Aerzte meinten nur, this is Nigeria for you! Aber auch die zweite Ladung Parasiten habe ich mittlerweile gut bekaempft und ich bin wieder ganz die alte:) Uebrigens Toiletten gibt es im Krankenhaus nicht wirklich. Am Besten mann muss gar nicht oder man begibt sich auf die suche nach einem ruhigen Oertchen. Als Weisse ist das aber leichter gesagt als getan. Dann wird halt kurzerhand ein kleiner Vorhang im Gang hochgehalten und du musst in eine Plastikschuessel pinkeln, die dann am Eingang wieder entsorgt wird. This is Nigeria for me:)
Ich wurde waehrend der Zeit sehr lieb umsorgt und gepflegt. Bekam Anrufe, Besuche und Geschenke, von meinen Kollegen, meiner Gastfamilie, den anderen Freiwilligen aus Ibadan und natuerlich auch aus Deutschland! Hier kann man sich echt auf alle verlassen, wenn es einem nicht so gut geht, auch wenn das sonst nicht so der Fall ist:) Zumindest was Ordnung und Puenktlichkeit angeht...

Ansonsten passiert hier eigentlich ziemlich viel und ich erlebe hier wirklich alles, was man nur so erleben kann. Es ist eine sehr interessante und spannende Zeit. Ich lerne viel, mein Englisch und Yoruba wird auch von Tag zu Tag besser, das Essen ist super (vor allem die vielen Fruechte), die Menschen sind sehr freundlich und hilfsbereit und ich kann mich im Moment einfach nicht beklagen!
Da es so heiss ist hab ich jetzt was ganz verruecktes gemacht... Ich habe mir 2 Roecke und ein Kleid schneidern lassen... Mehr sage ich dazu nicht, ausser dass mich wohl keiner von euch jemals zuvor in sowas gesehen hat:) aber bevor ich hier eingeh, da wir im Schnitt 38 grad haben...

Aber ansonsten hat sich hier auch langsam der Alltag eingeschlichen und ich geh von frueh bis spaet zum Arbeiten, dann Essen, Haushalt und schon ist der Tag um. Auch wenn es sowas wie Alltag hier nicht wirklich gibt, denn man wird staendig ueberrascht. Erst gestern schickte man mich zu einer Awardverleihung an eine Schule. Ich dachte ja ich muesse nur das sitzen und mir das aus der Ferne angucken, aber dem war dann nicht so, denn die Rund 800 Gaeste erwarteten eine Rede. Gut wenn man darauf vorbereitet ist... nicht gut wenn einem das leider nicht gesagt wurde und du eben mal was aus dem Aermel schuetteln sollst, wie wichtig doch Bildung ist, blablabla...
auch wenn du zum Beispiel denkst du geht zum Testen von Schwangeren und Muettern und das wars, kann es ganz anders kommen. Ploetzlich kann ein Fotograf auftauchen und die Muetter werden zu rabiaten Kratzbuersten, die als erstes wollen, dass die Weisse mit ihrem Kind auf dem Arm ein Bild macht. Und dann reissen sie die Kleinen aus dem Arm und halten einem das neue eigene hin. Meine Aufgabe besteht dann darin, einfach nur zu laecheln:)

Mit laechelndem Grusse an alle verabschiede ich mich hier mit von euch, da meine begrenzte Internetzeit gleich abgelaufen ist. Ich wuensche euch ein schoenes Wochenende, trinkt einen Gluehwein fuer mich mit und geniesst die Plaetzchenzeit... Hab hier uebrigens auch schon ein bier getrunken und nachdem hats mir aber gereicht:)

Gruessle, Odabo,
die Tanja aus Ilesa


Samstag, 17. Oktober 2009

Neues aus Ilesa

Liebe Leutchen,

ja ich glaube es auch kaum, aber wir haben tatsaechlich ein Internetcafe gefunden, in dem man auch ins Internet kann und das eineigermassen funktioniert. Auch wenn man kraeftig in die Tasten hauen muss und alles etwas laenger dauert als ich das sonst gewohnt bin, aber da will ich mal nicht meckern. Hier lernt man echt mit Kleinigkeiten zufrieden zu sein:)

Ansonsten geht es mir sehr gut und es passiert taeglich so viel, dass die Woche umging wie nix. Ich bin umgezogen in das Haus meiner Chefin und wohne dort jetzt mit Peter , 58, Schreiner im Ruhestand, Alissa, 19, Abiturientin und Halbinderin, Muyiwa unserem Hausmann, der sehr lecker nach unseren Wuenschen kocht, Esther einer pubertierenden Fuenfzehnjaehrigen und Semilore einem 6jaehrigen Bub, der seine Eltern verloren hat und deshalb uebergangsweise auch hier untergebracht ist. Es ist einfach angenehmer sich am Abend noch mit Gleichgesinnten unterhalten zu koennen oder auch gemeinsam zu kochen. Mein Speiseplan ist um einiges Abwechslungsreicher geworden und Fisch und Gemuese wird jetzt extra wegen mir getrennt gekocht;)
Alissa und ich teilen uns ein Zimmer mit Doppelbett, zwei Schraenken und einem angrenzenden Badezimmer mit Dusche und WC (inklusive fliessend Wasser!!). Man kann das zwar nicht mit europaeischem Standart vergleichen, aber dehalb bin ich ja auch in Afrika... Da wir uns sehr gut verstehen geht das auch mit dem Zimmer teilen und wenn Peter mitte Dezember das Land verlaesst bekommt jeder von uns seine eigenen vier Waende, denn fuer die kompletten 6 Monate waere das etwas viel verlangt und wir wuerden uns bestimmt auf den Geist gehen. Es war auf jeden Fall eine gute Entscheidung die Familie zu wechseln und eine Art Freiwilligen-WG zu gruenden.

Ja dann ein paar kleine Dinge zu meiner Arbeit hier, da weiss ich gar nicht mehr wo ich anfangen soll... Morgens zum Beispiel fahre ich zu verschiedenen "Kliniken" zwar ohne Aerzte aber mit Krankenschwestern ausgestattet, um dort Schwangere oder frisch gebackene Muetter auf HIV zu testen. Man muss sich einen offenen Raum vorstellen, in dem ein paar Holzbaenke stehen und sich die Frauen um einen scharen und getestet werden wollen. Denn die Behandlung ist kostenfrei und wird durch einen Wisch bestaetigt. Das heisst ich klaere sie erst mal auf, wie man sich denn den Virus einfangen kann und was man beruhigt auch mit Aidskranken tun kann ohne angesteckt zu werden. Dann piekse ich eine Patientin nach der anderen, fuehre den Test durch und fuelle Formulare zur Dokumentation aus. Manchmal gestaltet sich dies etwas schwierig, aber mit Haenden und Fuessen bekommt man das schon hin. Schwierig ist nur es den meist jungen Frauen mitzuteilen, wenn sie HIVpositiv sind. Aber sie werden auf jeden Fall weiter von uns betreut, mit Medikamenten versorgt und in Selbsthilfegruppen ueberwiesen um sich auszutauschen. Es ist hart so viele einzelne Schicksale mitzubekommen, die meist so kompliziert und schlimm sind, dass sie einen richtig mitnehmen. Zum Beispiel hat uns eine Frau um Hilfe gebeten, die ihren Mann verloren hat, selbst an Epilepsie leidet und drei kleine Kinder zu Hause hat, von dem eines ein grosses Geschwuer am Ohr hat das eigentlich operiert werden muesste. Doch wie immer fehlt das Geld dazu. Die Kinder muessen arbeiten, anstatt in die Schule zu gehen, da die Familie sonst hungern muss und das kann man nicht so einfach wegstecken. Als Hilfe koennen wir jetzt anbieten, das Kind mit in die naechste Stadt mit Krankenhaus zu nehmen um es dort untersuchen zu lassen und der Familie Mikrokredite gewaehren, damit die Kleinen zur Schule gehen koennen und nicht fuer den Lebensunterhalt sorgen muessen. Immerhin ein Lichtblick.

Meine Zwillinge sind leider immer noch im Busch, da sich der Schwager dagegen wehrt die Kinder untersuchen und richtig versorgen zu lassen. Keiner will die Kleinen, und wenn sie nicht behandelt werden, werden sie nicht aelter als hoechstens 2 Jahre. Aber wir werden naechste Woche nochmal nachhaken und hoffen, dass wir etwas bewirken koennen. Werd euch auf jeden Fall auf dem laufenden halten.

Aber jetzt genug mit den traurigen Geschichten, es gibt auch noch anderes zu erzaehlen...
Zum Beispiel Zwillinge heissen hier immer Tayiwo und Candy. Und wenn eine Familie 3 Zwillingspaerchen hat dann gibt es eben drei Tayiwos und drei Candys. Egal ob maennlich oder weiblich. Und Twins sind hier echt keine Seltenheit. Anscheinend wegen des Yams, der Art Kartoffel. Deshalb haetten die Frauen immer 2 Eier zum befruchten. Komische Geschichte, aber irgendwas muss ja dran sein, bei den vielen Zwillingspaerchen hier:)

Ich habe uebrigens jetzt einen sehr wichtigen Titel! Ich bin Project Coordinator of Damien Fundation Belgum und Beauftragte fuer saemtliche Kidsclubs, die gerade ins Leben gerufen wurden... Da staunt ihr nicht schlecht was? Geht als Praktikantin runter und dann gleich sowas:)
Aber ich glaub ich muss jetzt schluss machen, denn meine Zeit ist gleich abgelaufen (natuerlich nur die vom Internet;) aber ich hoffe mich bald wieder melden zu koennen!

Haltet die Ohren steif, packt euch warm ein wenn ihr raus geht, nicht dass ihr euch noch erkaeltet (das gilt nicht fuer Carsten, der soll sich bloss vor Malaria, Cholera und so Sachen in Acht nehmen!)

Liebe 30 Grad sendet euch,
die Tanja

Samstag, 10. Oktober 2009

Liebe Mama, Lieber Papa ihr werdet Grosseltern:)

Hallo ihr Lieben, Ekasaan,

ja ihr habt richtig gelesen, ich werde ab naechter Woche Mami von einem einmonatigen Zwillingspaerchen! Die leibliche Mutter ist leider verstorben und keiner kann sich um die zwei Kleinen kuemmern. Sie brauchen auch besondere Pflege und Aufmerksamkeit, da sie wahrscheinlich HIV positiv sind. Deshalb werde ich sie naechste Woche aus ihrem Buschdorf abholen und erst mal nach Ibadan fahren, um sie dort testen zu lassen. Denn hier bei uns gibt es leider nicht die Moeglichkeit dazu. Danach werden mir die Dinger auf den Ruecken geschnallt und ich gehe wie gehabt arbeiten. Normalerweise hat man ja etwa 9 Monate Zeit sich auf so eine Situation vorzubereiten, aber hier kann sowas sehr schnell gehen und innerhalb von zwei Tagen hast du Zwillinge, fuer die du sorgen sollst. Ich sag mal so, man waechst an seinen Aufgaben und das werde ich wohl muessen, denn ich habe ueberhaupt keine Ahnung vom Wickeln, Fuettern oder sonst was. Naja da bin ich ja mal gespannt was alles auf mich zukommt und ob ich es schaffe die Kids gross zu ziehen und gleichzeitig Vollzeit zu arbeiten... Werd euch auf jeden Fall auf dem Laufenden halten, falls ich jemals wieder eine freie Minute finde. Und Mama ich werde dich wohl oefter anrufen und um Rat bitten muessen...

Ansonsten lebe ich mich gerade richtig gut ein, selbst wenn das Essen immer noch nicht besser geworden ist und die Sehnsucht nach deutschen Leckereichen waechst...
Auch wenn schon zwei der Freiwilligen das Handtuch geworfen haben, ich werde es eisern durchziehen:) So schlimm ist es wirklich nicht, die Leute sind alle super nett und man kann sich an alles gewoehnen. Naja an fast alles. Das chaotische hier ist fuer alle Nicht-Afrika-Kenner einfach unvorstellbar. Aber auf der anderen Seite ist es einfach liebenswert...

Jetzt bin ich schon fast eine Yoruba, zumindest sehe ich heute so aus. Fuer eine Hochzeit wurden mir traditionelle Kleider geschneidert, aus buntem afrikanischen Stoff. Dazu musste ich ein riesiges Tuch auf dem Kopf tragen, das in alle Richtungen abstand und ihr sicherlich von Bildern kennt. Das anstrengendste war dann die kirchliche Trauung... fast vier Stunden beten, singen, beten, singen. Aber ich habe es ueberstanden, Amen.

Ich hoffe es geht euch gut soweit und ihr geniesst den morgendlichen Kaffee, die bequemen Betten, das kuehle Wetter (ich komm hier einfach nicht aus dem Schwitzen raus...), die frische Luft (Danke fuer die Filter in den Autos), und und und (da wuesste ich jetzt nicht wo aufhoeren:)
Danke auch fuer eure Mails, die ich zwar lesen, aber aus zeitgruenden leider nicht beantworten kann. Aber es ist immer schoen von euch zu hoeren!!

Ganz liebe Gruesse aus Ilesa,
die Tanja

PS: kann immer noch keine Bilder hochladen...


Samstag, 3. Oktober 2009

Die ersten Wochen in Nigeria...

Hallo ihr Lieben,
hier also der erste Eintrag aus dem fernen Afrika. Nachdem ich jetzt eine dreiviertel Stunde gebraucht habe die Seite zu oeffnen und ich in einer Garage mit ein paar alten PCs sitze kann es jetzt los gehen mit den ersten Eindruecken aus meiner neuen Heimat:)
Es ist sehr schwierig das ganze ueberhaupt in Worte zu fassen, was ich bisher gesehen, erlebt und erfahren habe, aber ich versuche euch einfach alles so gut wie moeglich zu beschreiben.

Das Klima ist tropisch und wechselt zwischen 2 Jahreszeiten, der Regen- und der Trockenzeit. Im Moment ist der Uebergang zur Trockenzeit mit Temperaturen um die 30 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von ueber 90 Prozent. Wie gerne haette ich jetyt eine Prise der Schwaebischen-Alb-Luft um mich, denn hier kommt man selbst beim Nichtstun schon ins Schwitzen.

Angekommen bin ich in Lagos, einer Millionenmetropole ganz im Sueden des Landes gelegen. Von dort aus bin ich mit 5 weiteren Freiwilligen aus Deutschland mit einem Kleinbus etwa 130km ueber die "Autobahn" nach Ibadan gefahren. Die Autos und Busse hier stammen einst aus Deutschland bzw. Europa oder den USA, sind absolut nicht mehr beim TUEV zugelassen und mindestens 30 Jahre alt. Weder Tacho, noch Tueren funktionieren. Das Einzige was hier ein Fahrzeug noch koennen muss ist Gas geben, bremsen und eine funktionierende Hupe besitzen.
Die Strassen sind auch nicht wuerdig die Namen "Autobahn" oder "Hauptstrasse" zu tragen. Denn diese bestehen aus Schlagloechern wie der Schweizer Kaese. Vorsichtig muss man diese Hindernisse umfahren, da es sonst sein kann, dass man nicht mehr aus den riesigen Vertiefungen herauskommt. Als Warndreieck bei Unfaellen oder Pannen liegen kleine Buesche und Zweige vor und hinter den Fahrzeugen. Alle paar Kilometer sind wir dann von Soldaten mit grossen Gewehren angehalten und wieder weitergewunken worden. Es wurde mir erzaehlt, dass sie fuer die Sicherheit auf der Strasse stehen. In Wahrheit wollen diese Banditen nur Geld fuer die eigene Tasche. Aber zu uns sind sie immer sehr freundlich und das ist ja das wichtigste.
In Ibadan bekamen wir dann eine kleine Einfuehrung in die Kultur und Sprache, bevor es fuer mich weiter in den 100km entfernten Ort Ilesa ging. Mitten in der Pampa sollte also mein neues zu Hause sein. Meine Bleibe befindet sichein gutes Stueck von der geteerten Strasse entfernt, die durch einen 20minuetigen Fussmarsch ueber einen Lehm- und Steinweg zu erreichen ist. Mit mir leben hier Mrs Ajanaku (meine Gastmutter), die ueber 100jaehrige Grandma, mein Gastbruter Phola und unser Hausmaedchen Odrew. Gesprochen wird meist Yoruba, so dass es fuer mich sehr schwer ist etwas zu verstehen. Aber meine Sprachkenntnisse erweitern sich hier rasch.
In meinem Zimmer steht ein Bett, ein kleiner Spiegel und ein Plastikgartenstuhl, den ich zum Kleiderschrank umfunktioniert habe. Im angrenzenden Badezimmer stehen Eimer, die mit Wasser befuellt werden muessen, um zum Beispiel die Toilettenspuelung zu bedienen. Ich habe dort weder ein Waschbecken, noch Tageslicht, geschweigedenn Strom. Das heisst ich wasche mich im Dunkeln, genauso wie meine Waesche. Morgens um 6.00 Uhr heisst es dann Eimer fuellen, Waschmittel dazugeben und dann kraeftig schrubben und wringen bis die Sachen nach drei Waschgaengen dann einigermassen sauber und zum Aufhaengen bereit sind.

Wenn ich durch die Strassen gehe (ich bezeichne diese jetzt einfach mal so), dann fuele ich mich schon fast wie die Queen, denn aus allen Ecken und Enden schallt mir ein Oynbo entgegen, was soviel heisst wie Weisse. Dann kommt mein Part: Laechlen und Winken. Und das kann wahnsinnig anstrengend sein! Da ich die einzige Weisse in der ganzen Umgebung bin, falle ich natuerlich auch extrem auf und jeder will mir zeigen, dass er mich gesehen hat. Mal sehen wer sich an was schneller gewoehnt, ich mich an die Rufe oder die an mich:)

Das Essen hier ist ziemlich einseitig und ich wuerde jetzt einfach mal behaupten die Nigerianer haben das Kochen nicht gerade erfunden.... Meist gibt es Yam, das ist wie bei uns die Kartoffel, das wird dann zu einem dicken Brei puerriert und mit den Fingern zu Munde gefuehrt. Gemuese gibt es hier nicht wirklich, richtiges Brot auch nicht und Milchprodukte schon ueberhaupt nicht. Mir fehlt Salat. Mir fehlt Kaese. Und ueberhaupt freue ich mich schon wieder sehr auf die deutsche Kueche! (Wink mit Zaunpfahl an Omi: werd dir auf jeden Fall eine Wunschliste zukommen lassen, bevor ich wieder zurueck komme;)

Ja und geschlachtet wird hier natuerlich auch. Eines Abends lag am Wegesrand einfach eine brennende Kuh, deren Hals aufgeschnitten war und die einfach gebrannt hat. Anscheinend zum raeuchern. Anschliessend wurde ihr die Haut abgeschabt und sie dann in kleine Stuecke zerteilt. Fuer einen Vegetarier nicht gerade ein Grund wieder Fleisch zu essen....

Ja es ist einfach ein komplett anderes Leben hier. Einfach, unorganisiert und imrpvisiert ist mein Eindruck, aber irgendwie funktioniert doch alles.

Es gibt so viel zu erzaehlen, dass ich einfach nicht weiss wo ich anfangen und wo ich aufhoeren soll. Ich schreibe aber jeden Tag um die 5 Seiten Tagebuch, so dass jeder der naeher daran interessiert ist, dies gerne nach meiner Rueckkehr lesen kann.

Beim naechsten Mal werde ich euch dann von meiner Arbeit bei Living Hope Care berichten.

Ich hoffe euch geht es allen gut!! Lasst was von euch hoeren und denkt ab und zu an mich, wenn ich abends ab 7 im Dunkeln sitze und ihr einfach das Licht einschaltet...:)
O dabo, bis denn, ganz liebe Gruesse aus dem verrueckten Afrika!!
die Tanja

PS: Ich kann leider kein Foto anhaengen, da diese PCs ueberhaupt kein Eingang fuer irgendwas haben. Da muesst ihr euch leider noch etwas gedulden...

Samstag, 29. August 2009

Artikel der Schwäbischen Zeitung vom 29.08.2009

Tanja Schweizer will bei der Aufklärung helfen

Die diplomierte Sozialpädagogin Tanja Schweizer wird am 14.September ihrer Heimat für sechs Monate den Rücken kehren, um in Nigeria ein einheimisches Aidshilfeprojekt zu unterstützen. Damit verwirklicht sich die 23-Jährige einen Lebenstraum.

(HOHENSTADT/sz) Tanja Schweizer macht es ihrem Lebensgefährten Carsten Schulz nach, der bereits drei Wochen vorher nach Sambia aufgebrochen war um dort ein ganzes Jahr zu verbringen. Nach dem Fachabitur in Geislingen und dem Studium der Sozialpädagogik in Stuttgart verwirklicht die seit Ende August diplomierte "Bachelor of Arts in Social Work" ihren absoluten Lebenstraum. "Ich möchte sehen, wie soziale Arbeit in einer anderen Kultur funktioniert", erklärt Schweizer ihre Beweggründe.

Und sie schlägt ganz sicher nicht den leichten Weg ein, denn sie wird bei einer einheimischen Organisation "Living - Hope - Care" mitarbeiten und ganz bescheiden in einer Gastfamilie in einem kleinen Dorf in der Nähe von Ibadan leben.

"Mit dem Schwerpunkt Aids habe ich überhaupt keine Erfahrung, aber es interessiert mich, wie man in einer anderen Kultur arbeitet, welche Methoden dort angewendet werden." Schweizer hat bereits Einsätze als Schulsozialarbeiterin im Brennpunkt Fasanenhof an der dortigen Hauptschule hinter sich und arbeitete während des Studiums in Degerloch als Streetworker in der mobilen Jugendarbeit.

Bewusst hat sich die junge Frau für eine einheimische Organisation entschieden, denn sie will den Alltag in Nigeria real erleben und nicht nur Bücherwissen mitnehmen. In ihrer Gastfamilie wird sie neben ihrer Gastmutter Stella zwei Geschwister vorfinden, die 27-jährige Kehinde und den 22-jährigen Damola. "Mehr weiß ich allerdings noch nicht, denn in Nigeria ist die Post relativ chaotisch", sagt Tanja Schweizer und schmunzelt. "Von tausend Haushalten verfügen immerhin 66 über einen Fernseher, allerdings nur 3,8 über ein Telefon und lediglich 0,01 über Internetzugänge. So gestaltet sich die Kontaktaufnahme relativ schwierig."

40 Prozent der Bevölkerung in Ilesa haben zwar Strom, aber Wasser muss entweder als Regenwasser gesammelt oder vom Brunnen geholt werden. Was allerdings jeder besitzt, ist ein Mobiltelefon, so dass die Kontaktaufnahme mit den Eltern und Schwestern in Deutschland kein Problem darstellen sollte.

Über das Modell "weltwärts" des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit wurde vor knapp zwei Jahren das Austauschprogramm ins Leben gerufen. Schweizer wird zur zweiten Generation der sozialen Helfer gehören, die nach Nigeria fliegen. "Ich bin zwar aufgeregt und gespannt, aber Angst habe ich keine", strahlt die Sozialpädagogin, der man die Freude über die baldige Abreise deutlich ansehen kann. Die Dachorganisation "experiment e.V." wir die Helferin auch in Afrika betreuen. Sie stellten für Schweizer den Kontakt zu "Living - Hope - Care" her und betreuen sie schon im Vorfeld. "Es ist ein ganz tolles Gefühl zu wissen, dass die bei "experiment" mich ganz genau kennen, dann fühle ich mich gut aufgehoben."

Im bevölkerungsreichsten Land Afrikas will Schweizer bei der Aufklärung, der gesundheitlichen Betreuung, der Aidsprävention und der Familienbetreuung der von Aids Betroffenen helfen. Wie das genau vor sich gehen soll, kann sie sich bisher jedoch nicht konkret vorstellen. Auch wenn die offizielle Landessprache Englisch ist, werden in Nigeria 250 Sprachen gesprochen, in Ilesa das "Yoruba". Eine Sprache, die Schweizer in ihrer Gastfamilie zu lernen hofft.
"Ich wollte unbedingt nach Afrika", erklärt sie. "Bei den meisten Organisationen muss man seinen Aufenthalt selber zahlen. Das kann ich mir aber direkt nach dem Studium nicht leisten."
Nach intensiver Suche und Recherche stieß die erfinderische Hohenstadterin dann auf "weltwärts" und bewarb sich bei der Organisation "experiment".

Nach einem aufwändigen Auswahlverfahren und einem fünftägigen Vorbereitungsseminar in Bonn wird die Sozialpädagogin gemeinsam mit vier weiteren Bewerbern am 14. September von Stuttgart über Paris aus nach Lagos fliegen.

Gerne würde Tanja Schweizer für ihr Dorf Fußbälle, Stifte, Gesellschaftsspiel und Ähnliches mitnehmen. Wer ihr Spenden zur Verfügung stellen mag, sollte sich unter schweizer_tanja@web.de melden.